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19.05.2009

Dice Town

Dice Town - High Noon auf dem Spieltisch

 

Das Poker Fieber ist seit Jahren in aller Munde. Klar, das Prinzip ist einfach, der Nervenkitzel unerträglich und der Erfolg ungebrochen. Was liegt dann näher, wenn man Poker Elemente ins Spiel mit einbringt? Das muss dann doch erfolgreich sein, oder?
 

 

Viele Verlage ahben es schon versucht, viele sind gescheitert. Doch nun schickt sich ein französischer Verlag an, Poker unterhaltsam, mit einer Prise Spaß gewürzt, mit einem Spielbrett und Siegpunkten zu kombinieren. Ob's diesmal geklappt hat?
Nehmen wir die Antwort vorweg: Es hat geklappt! Und das Setting drumherum könnte stimmiger nicht sein. Die meisten Pokervarianten kamen während des Sezessionskrieger 1861-1865 auf den Tisch, der spätere Wilde Western war berühmt für Poker Duelle, die nicht immer friedlich endeten. Die Saloons waren verraucht, das Bier schal, Barmädels wuselten zwischen gierigen Cowboys und der Pianist gab den Tänzerinnen den Takt vor. Willkommen also im Wilden Westen, willkommen in Dice Town, wo Karten durch Poker Würfel ersetzt werden und das Chaos seinen Lauf nehmen kann (Pokerwürfel tauchten übrigens zum ersten Mal um 1880 auf).
 

 

Das Ziel ist einfach. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Siegpunkte erhält man durch Goldnuggets, Dollar und Besitzkarten. Mit ein wenig Startkapital und 5 Würfeln geht's los. Alle SpielerInnen würfeln gleichzeitig, suchen geheim einen Würfel raus, den man beiseite legen möchte und würfelt solange weiter, bis einer seinen 5. Würfel herausgelegt hat. Dann dürfen alle andern noch ein letztes Mal würfeln und es kommt zur Auswertung. Kurz zum Würfeln: Herausgelegte Würfel dürfen nicht neu gewürfelt werden. Möchte man mehr als einen Würfel rauslegen, kostet das für jeden weiteren Würfel je einen Dollar. Will man alle neu würfeln, kostet das ebenfalls 1 Dollar. Das Geld kommt vor die Bank und kann später eingesackt werden.
 

 

Die Auswertung richtet sich nach herausgelegten Würfeln. So erhält der Spieler mit den meisten Neunern soviele Nuggets, wie er Neuner gewürfelt hat, die meisten Zehner bringen Geld, Buben Aktions- und Siegpunktkarten, Damen (wie gemein) stehlen im Saloon einem Spieler Karten, Könige ernennen den Sheriff, der bei Gleichstand die Entscheodung treffen darf und am Ende sogar noch Punkte bringt und der höchste gesamte Wurf bringt Besitzkarten, die bare Siegpunkte wert sind, aber auch gestohlen werden können, es sei denn, man hat den schlechtesten Wurf un din der Runde nichts erhalten. Dann besucht man Dr. Badluck und darf sich je nach Wurf für eine Aktion entscheiden. Gerne versucht man so, Siegpunktkarten zu sichern, lässt sich von seinen Mitspielern beschenken und zieht eine Aktionskarte. Leider ist es nicht einfach, nichts zu bekommen, denn oft "verhilft" einem der Sheriff zu unverdientem Glück.
 

 

 

Sobald die Goldmine versiegt ist (alle Goldnuggets verteilt) oder der Besitzkartenstapel aufgebraucht wurde, endet das Spiel. Nuggets zählen je 1 Punkt, je 2 Dollar bringen einen weiteren Siegpunkt, Besitzkarten entsprechend ihres Wertes und auch Aktionskarten aus dem General Store können fette Punkte bringen.
Bei Dice Town passt einfach alles. Die Grafik ist klasse, das Setting stimmt und der Spielspaß, garniert mit Neid und Mißgunst, weiß die ganze Zeit zu überzeugen. Beobachtet immer Eure Mitspieler, die Gesichstausdrücke während eines Spiels können Bände sprechen. Also, an die (Würfel)Becher, fertig los!

 

 

Alles im grünen Bereich also? Ja, bis auf den Hinweis, das Dice Town auch zu Zweit gespielt werden kann. Meine Bitte: Versuchts erst gar nicht. Dice Town macht höllisch Spaß, aber erst mit 4 oder 5 Personen.

 

Dice Town (2009)
Bruna Cathala, Ludovic Maublanc
Asmodée, Matagot
(2)4-5 SpielerInnen
ab 8 Jahre
ca. 45-60 Minuten
30 Euro