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15.01.2009

Der Name der Rose

Mönche auf Abwegen

Ende November, 1327, irgendwo in einer Benediktinerabtei im ligurischen Appenin. Dr junge Novize Adson begleitet seinen Meister, William von Baskerville, um ein Treffen führender Köpfe des Franziskanerordens und einer Gesandtschaft des Papstes Johannes XXII vorzubereiten. Doch bevor es dazu kommt, gilt es, einen mysteriösen Mord aufzuklären und der scharfsinnige Bruder William beginnt, Nachforschungen anzustellen und den Mönchen gehörig auf die Finger zu klopfen. Denn die Benediktinerabtei birgt ein Geheimnis, und um dieses zu hüten gehen manche über Leichen...
Die Story kommt Euch bekannt vor? Kein Wunder, handelt es sich doch Umberto Eco's Debutroman, der sämtliche Rekorde brach und bis heute nichts von seiner Atmosphäre verloren hat. 1980 erschienen, 1986 mit Sean Connery verfilmt (genial!). 2003 tauchte das Thema zum ersten Mal in "Das Geheimnis der Abtei"" von Days of Wonder auf, 2008 mit "Der Name der Rose" dann auch im Ravensburger Verlag. Dabei orientiert sich Stefan Feld stark an "Heimlich & Co", welches 1986 (ebenfalls bei Ravensburger) zum Spiel des Jahres gekürt wurde. Zufall? Vielleicht, sicher ist jedoch, dass es sich lose an die Romanhandlung lehnt und sich an Spielelemente von "Heimlich & Co" bedient. In der Summe kann also gar nichts schief gehen, oder doch?


 

 

Das Spiel beginnt, als William von Baskerville und Adson das Kloster betreten. Die Spieler sind die Mönche und versuchen möglichst unschuldig zu sein, denn derjenige, welcher die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, verliert das Spiel. Ähnlich wie bei "Heimlich & Co" weiß aber kein Spieler, wer der andere ist, man kennt nur seine Figur und handelt verborgen. Denn wenn man zu offensichtlich spielt, hat man keine Chance mehr, das Spiel für sich zu entscheiden, zudem alle Spieler alle Mönche bewegen dürfen (und das auch tun werden!).
Durch Karten kann man entweder einen bestimmten Mönch in ein bliebiges Gebäude oder einen beliebigen Mönch in ein bestimmtes Gebäude setzen. Stimmt die Farbe des Mönches mit einem dort liegenden Plättchen überein, so hat er das Recht, dort zu sein und schöpft keinen Verdacht, er zieht auf der Verdachtsleiste zurück. Befindet er sich jedoch an einem Ort, wo kein Marker seiner Farbe liegt, so macht er sich um die Summe beider Marker verdächtig.
William und Adson kommen Sonderfunktionen zu, die wir hier aber geflissentlich übergehen. Wichtig zu wissen ist, dass jede Karte den Zeitstein voranschreiten lässt und wer den Tag beendet, muss die offenliegende Aktionskarte nehmen, welche am Ende zusätzlich Verdachtpunkte bringt. Durch gesammelte Marker kann man das Voranschreiten der Zeit aber beeinflussen und schon bald wird davon Gebrauch machen.
Ist der Tag vorüber, so erhalten die Mönche abhängig ihrer Position Indizienpunkte, welche über Sieg und Niederlage entscheiden. Mit Anbruch des nächsten Tages wird eine neue Aktionskarte aufgedeckt. Ab und an muss man seinen Mitspielern Hinweise geben, welcher Mönch man nicht ist. Am Ende darf man noch auf Spieler tippen, welche für jeden richtigen Tipp weitere Indizienpunkte erhalten. Wohl dem, der heimlich genug gespielt hat.
"Der Name der Rose" macht einfach Spaß, die beliebten Elemente von "Heimlich & Co" wurde sinnvoll ergänzt, leider zu Ungunsten der Spielzeit, die sich nun auf 70-90 Minuten ausdehnt. In der richtigen Gruppe macht das aber nichts, denn die Spannung knistert das ganze Spiel über. Hier mal ein wenig mehr verdächtig machen und die Mitspieler in die Irre treiben, hier mal einem anderen was Gutes tun und bloß nicht zu verdächtig werden. Die Atmosphäre des Romans/Films wird gut eingefangen, auch wenn das Spiel ein wenig düster wirkt. Eben dies passt aber zu dem düsteren Wintertag anno 1327.
Man sollte das Spiel mindestens zu dritt, am besten zu Viert spielen. Zu Zweit gewinnt oft ein Nichtspielercharakter, zu fünft dauerts dann doch recht lange.
Neben "Diamonds Club" zählt "Im Namen der Rose" zu meinen Überraschungen 2008. Kurz: Wer Heimlich & Co mochte, wird die Rose lieben, alle anderen sollte es unbedingt kennen lernen.

Im Namen der Rose (2008)
Stefan Feld
Ravensburger Spieleverlag
2-5 Spieler
ab 10 Jahre
ca. 70-90 Jahre
30 Euro

 

Denis