Carcassonne Mayflower
Carcassonne - Mayflower

Die Carcassonne-Familie wächst und gedeiht, wie jedes Jahr, seitdem Carcassonne von Klaus-Jürgen Wrede im Jahr 2001 zum Spiel des Jahres gekürt wurde. Während die 7. Erweiterung (Das Katapult) noch bis Mitte Oktober auf sich warten lässt, ist seit einigen Wochen das eigentständie Spiel "Carcassonne - Mayflower" erhältlich. Hintergrund dieses Carcassonne-Spiels ist die Gründung Neu-Englands durch britische Pilgerväter, welche am 21.11.1620 Cap Cod in Amerika erreichten und an Land gingen. Von hier zogen sie nach Westen, gründeten Siedlungen, später Städte, und das alles, weil an Bord der Mayflower das Bier ausgegangen war (Quelle:wikipedia).

Liest man sich die Regel durch, unterscheidet sich die Mayflower eigentlich nicht von den anderen Carcassonne-Spielen. Aus Mönchen wurden Farmer, aus Rittern Sherrifs, aus Bauern Trapper und Wegelagerer heißen nun Banditen. Statt Wirtshäuser gibt es nun Handelsposten am Wegesrand. Aus Jäger und Sammler wurde Tiersymbole übernommen, welche den Trappern zusätzliche Punkte bescheren. Soweit, so gut, soweit bekannt. Auffallend neu sind lediglich zwei Dinge: Ein Startspielplan, an dem die Kärtchen angelegt werden, und Landvermesser, die unweigerlich den Trek nach Westen vorantreiben.
Die Regeln ändern sich dementsprechend auch nur in Bezug auf diese zwei weißen Personen. Der Rest ist bekannt und einfach. Plättchen ziehen, anlegen, Figur einsetzen. Als Sheriff, Farmer, Bandit etc. Wird ein Gebiet fertig, wird es gewertet, lediglich die Bauern, sorry, Trapper bleiben bis zum Ende des Spiels liegen.
Kommt es jedoch zu einer Wertung, greift die Neuerung des Spiels sofort. Denn immer dann, wenn ein Bauwerk fertiggestellt wurde, bewegen sich die Landvermesser nach Westen. Außerdem bringen sie Bonuspunkte (je 4 an der Zahl), wenn sie sich in der gleichen Spalte befinden, wie die Figur, die gewertet wird. Klingt gut, ist es auch, sofern man sich nicht in den Spalten hinter den ;ännern in Weiß befindet, denn diese werden vom Spielplan entfernt, ohne das es Punkte gibt. Da derjenige Spieler, der eine Wertung auslöst, bestimmen kann, in welcher Reihenfolge Bauwerke gewertet werden, können andere Spieler schnell leer ausgehen.
Das Prinzip ist einfach, treibt das Spiel voran, ist aber auch ein klein wenig gemein. Aber das macht nichts. Die Landvermesser stehen Carcassonne sehr gut, wie auch die neue Grafik, welche von Franz Vohwinkel erstellt wurde. Sie sieht einfach fantastisch aus. Das Carcassonne im Titel wirkt jedoch deplaziert, denn ausser dem Mechanismus hat die Mayflower mit Carcassonne nichts gemeinsam. Wir erinnern uns: Carcassone, die mittelalterliche, noch heute von der Stadtmauer umgebenen Stadt, liegt in Süd-Frankreich. Und Franzosen hat es auf der Mayflower nicht gebenen. Aber das ist Erbsenzählerei. Im englischen ist das übrigens besser gelöst: dort heisst das Spiel "New World", und klein darunter steht "Carcassonne". So ist's richtig.
Lohnt sich die Anschaffung eines weiteren Carcassonnes also oder bleibe ich dem Ur-Carcassonne treu und kaufe die nächste Erweiterung? Das bleibt jedem selbst überlassen. Mir gefällt der Mechanismus mit den Landvermessern außerordentlich gut. Auch optisch ist das Spiel über jeden Zweifel erhaben (Das Auge spielt mit). Während Abtei und Bürgermeister und auch das Katapult bei mir warten können, gebe ich der Mayflower den Vorrang.
Sammler holen sich sowieso beides. Die Erweiterung und die "Mayflower". Falsch machen kann man also eh nichts.
Carcassonne - Mayflower (2008)
Klaus-Jürgen Wrede
Hans im Glück
2-4 Spieler (sehr gut zu Zweit!)
Ab 10 Jahre
ca. 30-45 Minuten
17 Euro
Weitere eigenständige Spiele der Carcassonne-Familie sind: Jäger und Sammler, Die Stadt (vergriffen), Die Burg (in Kooperation mit Reiner Knizia) und Neues Land (mit Leo Colovini)








































